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  Ausgangsprodukt für Rum ist das Zuckerrohr. Es zählt wie Bambus, Reis, Mais und Schilf zu den Rispengräsern. Zuckerrohr wird bis zu 6 Meter hoch und hat einen knotigen, etwa 5 cm dicken Stengel. Das Mark besteht aus 90 % Saft, der wiederum bis zu 18 % Zucker enthält. Das Zuckerrohr liebt die heiße Tropensonne und die scheint in der Urheimat des Rums - der Karibik - reichlich. Christoph Kolumbus, der um den Wert des Zuckerrohres wusste, brachte auf seiner zweiten Fahrt im Jahre 1494 Zuckerrohrpflanzen mit nach Westindien und legte damit den Grundstein für ein köstliches Getränk.

Gutes Zuckerrohr ist die erste Voraussetzung für guten Rum. Bei der Zuckerrohrfabrikation wird der Zuckerrohrsaft ausgepresst und eingekocht, bis sich in der konzentrierten Lösung der Zucker in Kristallen ausscheidet. Was übrig bleibt, ist ein dickflüssiger, dunkler Sirup, die Melasse. Sie ist die Basis für die Rum-Herstellung.

Nach dem Gärvorgang bilden sich nach einer kurzen Ruhezeit die sog. Esterstoffe, die dem Rum seinen urtümlichen Geschmack verleihen.

Bei der Lagerung in Holzfässern entzieht der Rum dem Holz Geschmacksstoffe und enthält dabei eine goldgelbe Tönung. Erst durch den Zusatz von Zuckerkulör (Karamel) und nicht durch lange Lagerung entsteht die dunkelbraune Farbe des Rums. Im Gegensatz dazu wird weißer Rum nur kurzzeitig in vorbehandelten Holzfässern, die keine Farbe abgeben oder unter Sauerstoffzufuhr in Stahltanks gelagert.
Die Mindestlagerzeit für leichten Rum liegt zwischen 3 und 6 Monaten.

Für alle Rum-Qualitäten gilt in Deutschland und der EU ein Mindestalkoholgehalt von 37,5 % vol. Verschiedene Marken werden mit über 70 % vol angeboten. Da Zuckerrohr nur in tropischen Gebieten gedeiht, ist in diesen Ländern auch die Rum-Herstellung zu Hause. In wenigen Fällen wird Melasse transportiert und weit entfernt vom Ursprungsland zu Rum verarbeitet. Das wichtigste Herkunftsland ist bis heute die Inselwelt der Antillen.